Two Sides 2023: Trend Tracker zu Lese-Fakten

Gute Nachrichten für Papier und Printmedien: Die Präferenz europäischer Verbraucher für Gedrucktes hat sich nach der Pandemie deutlich erholt.

Der alle zwei Jahre durchgeführte Trend Tracker von Two Sides ist eine der größten Umfragen der Papier- und Druckbranche. Die umfangreiche Studie befragt mehr als 10.000 Verbraucher in zahlreichen europäischen Ländern inklusive Österreich, sowie in Nord- und Südamerika und Südafrika. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Einstellungen der Verbraucher zu Papier, Printmedien und Papierverpackungen. Dazu Jonathan Tame, Geschäftsführer von Two Side Europe: „Nachdem wir dieselbe breit angelegte Untersuchung schon 2019 und 2021 durchgeführt haben, können wir beurteilen, wie sich Wahrnehmungen im Laufe der Zeit verändert haben – und wir haben einige interessante Trends aufgedeckt, darunter die Auswirkungen der Pandemie auf die Lesegewohnheiten der Verbraucher.”

Auf dem Höhepunkt der Pandemie im Jahr 2021 haben viele Leser von Print- zu Online-Medien gewechselt. Sie nutzten digitale Geräte mehr, und zwar in allen Kommunikationskategorien, darunter Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Kataloge, aber auch Rechnungen, Kontoauszüge, Steuererklärungen und persönliche Gesundheitsinformationen. Dieser Trend hat sich jedoch umgekehrt, und die Präferenz der Verbraucher für Gedrucktes ist in den letzten zwei Jahren wieder gestiegen.

Zu den Ergebnissen kommentiert Peter Sodoma vom Verband Druck Medien: “Es freut uns, im TrendTracker zu sehen, dass viele Verbraucher Papier und Printmedien schätzen und weiter Bücher und Zeitschriften lesen. Gedrucktes ist nicht nur eine wichtige Informationsquelle, sondern auch ein starker Werbekanal.“

Die Umfrage zeigt unter anderem:

  • … dass der Prozentsatz der Menschen, die es vorziehen, gedruckte Bücher zu lesen, auf 65% gestiegen ist, gegenüber 53% im Jahr 2021.
  • … dass ein ähnlicher Trend bei Zeitungen und Magazinen zu beobachten ist, wo die Präferenz für Gedrucktes von 26% auf 31% beziehungsweise von 35% auf 51% gestiegen ist.
  • … dass die Präferenz für gedruckte Kataloge jetzt bei 33% liegt, gegenüber 21%.
  • … dass die Zahlen auch im Bereich Dokumentation steigen, für Rechnungen und Kontoauszüge in Papierform von 19% auf 38%, außerdem für gedruckte persönliche Gesundheitsinformationen von 29% auf 39%.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass Österreich weiter ein Print-freundliches Land ist. Hier lesen mehr Menschen als im europäischen Durchschnitt gerne gedruckte Bücher (69%), Zeitungen (42%), Magazine (58%), oder blättern in Katalogen (45%).

Lernen und Verstehen

In der Umfrage wurde auch nach den Vorteilen von gedrucktem Lesematerial gefragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte (52 %) der Aussage zustimmten oder stark zustimmten: “Ich glaube, dass Kinder und Studenten mehr lernen, wenn sie gedruckte Bücher und Kursmaterialien studieren, als wenn sie sie digital lesen”, verglichen mit nur 16 %, die dieser Aussage nicht oder überhaupt nicht zustimmten. Auch bei der nächsten Frage stimmten 45% der Aussage zu oder voll und ganz zu: Ich verstehe die Inhalte besser, wenn ich Nachrichten in gedruckter Form lese, als wenn ich sie online lese”, verglichen mit 28%, die dieser Aussage nicht oder überhaupt nicht zustimmten. In Österreich ist das Verständnis beim Print-Lesen noch höher, nämlich 63%.

Diese Ergebnisse bestätigen akademische Studien, die gezeigt haben, wie wichtig Printmedien für die Bildung und das Verständnis komplexer Informationen sind, unabhängig davon, ob es sich um Lehrbücher oder Nachrichten handelt. Dazu ergänzt Sodoma: „Tatsächlich ist es so, dass die Aktivierung und die Merkleistung bei gedruckter Information höher sind. Print-Leser:innen sind fokussierter und weniger abgelenkt. Was aber gerade im Zeitalter von KI ebenfalls eine Rolle spielt: Bei Gedrucktem ist die Absender-Transparenz höher und damit auch die Glaubwürdigkeit.“

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Eine 4seitige Zusammenfassung mit Grafiken des Trend Tracker Research 2023 wurde im Sommer veröffentlicht und kann unter austria@twosides.info angefordert werden.

Der vollständige Bericht, der nach Alter und Geschlecht aufgeschlüsselt regionale Daten enthält, ist für Two Sides-Mitglieder und Unterstützer erhältlich. Weitere Informationen über die Two Sides-Kampagne und darüber, wie Sie Unterstützer werden können, finden Sie unter: www.twosides.info

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Hinweise für Redakteure über die Trend Tracker-Umfrage

Die Umfrage wird alle zwei Jahre weltweit durchgeführt, um die Vorlieben, Wahrnehmungen und Einstellungen der Verbraucher gegenüber Papier, Printmedien und Papierverpackungen zu erheben und zu verstehen. Im Jänner 2023 wurde die Studie mit 10.250 Verbrauchern von Two Sides neu aufgelegt und vom unabhängigen Forschungsunternehmen Toluna online durchgeführt.

National repräsentative Umfragen wurden in Argentinien (400), Brasilien (1.000), Chile (350), Paraguay (200), Südafrika (500), den Vereinigten Staaten (1.000) und Europa, einschließlich Österreich (500), Belgien (600), Dänemark (500), Finnland (350), Frankreich (1.000), Deutschland (1.000), Italien (1.000), Norwegen (350), Schweden (500) und dem Vereinigten Königreich (1.000) durchgeführt.

Über Two Sides

Two Sides ist eine gemeinnützige globale Initiative zur Förderung der einzigartig nachhaltigen Eigenschaften von Papier, Printmedien und Papierverpackungen. Darüber hinaus spricht sie auch die Attraktivität des Materials an, mit der Fähigkeit, das geistige Wohlbefinden, das Lernen und die Kreativität zu fördern. In Österreich wird die Kampagne von Austropapier getragen – und von vielen anderen Unterstützern aus der gesamte Wertschöpfungskette in den Bereichen Papier, Print und Verpackung, einschließlich Forstwirtschaft, Zellstoff, Papier, Verpackung, Druckfarben und Chemikalien, Veredelung, Verlagswesen, Druck, Briefumschläge und Postdienstleister.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Patrick Mader, Country Manager, Two Sides Österreich
Telefon: 01 / 588 86 ~273,   E-Mail: austria@twosides.info

Umweltfakten über die Papierindustrie finden Sie unter at.twosides.info/Mythen-und-Fakten
Um mehr über Two Sides zu erfahren, besuchen Sie www.twosides.info

Two Sides 2023: Trend Tracker zu Umwelt-Fakten

Die Papierbranche ist bei Nachhaltigkeit führend, im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung. Aber das Wissen darüber verbessert sich, wie die neueste TrendTracker-Umfrage zeigt.

Der neue Forschungsbericht von Two Sides Europe, der Trend Tracker Survey 2023, versucht, die sich verändernde Wahrnehmung der Verbraucher in Bezug auf Papier, Printmedien, Papierverpackungen und Tissue-Produkte zu verstehen. Die Umfrage, die die Einstellung der Verbraucher zu einem der ältesten und meistverwendetsten Materialien der Welt abfragt, wird alle zwei Jahre wiederholt. Sie beobachtet die Entwicklung bei den Verbrauchern – vor dem Hintergrund, dass das Umweltbewusstsein ständig zunimmt und alternative digitale Kommunikationskanäle immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Zu den Ergebnissen der neuen Studie sagt Jonathan Tame, Geschäftsführer von Two Sides Europe: „Die 2023er-Werte zeigen deutlich, dass Papier zwar nach wie vor unverzichtbar ist, für Kommunikation und Verpackungen, es aber immer noch falsche Vorstellungen über die Umweltauswirkungen der Papierherstellung gibt.“

Die Verbraucher sind sich kaum bewusst, dass die europäischen Wälder wachsen

Die 2023er-Studie ergab, dass Verbraucher mehrheitlich immer noch der Meinung sind, dass die europäische Waldfläche abnimmt. 60 % glauben, dass unsere Wälder schrumpfen, eine Verbesserung gegenüber 2021, als es noch 64% waren. Die Zahl der Verbraucher, die wissen, dass die Größe der europäischen Wälder tatsächlich zunimmt, hat sich von 10% im Jahr 2021 auf 15% im Jahr 2023 verbessert. Dies zeigt, dass sich die Verbraucher dieser Fakten innerhalb der Mythen, die sich um die Papierherstellung ranken, weiter bewusst werden. Die Wahrheit ist, dass die europäischen Wälder wachsen und zwischen 2005 und 2020 um beeindruckende 58.400 km2 zugenommen haben – eine Fläche größer als die Schweiz und das Äquivalent von 1.500 Fußballfeldern Waldwachstum pro Tag.1

Die Umfrage zeigte auch regionale Unterschiede im Verständnis:

  • Dass die Wälder in Europa schrumpfen, diese (falsche) Annahme glauben am meisten italienische Verbraucher (71%) und am wenigsten die Befragten in Finnland (48%). In Österreich haben das 60% vermutet.
  • Dass die Waldfläche in Europa zunimmt, diese (richtige) Annahme glauben immerhin 24% der Dänen, aber nur 11% der Italiener. Ein überdurchschnittlich gutes Verständnis für den Wald haben auch die Österreicher (20%) und dabei besonders die Gruppe der jungen Erwachsenen (25-34J) mit 26%.

Die Konsumenten kennen die hohen Recyclingraten bei Altpapier nicht

Ein weiterer verbreiteter Irrglaube in Bezug auf Papier ist die Menge, die recycelt wird. Die Umfrage ergab, dass nur 18% der europäischen Verbraucher wissen, dass die Recyclingquote von Papier bei über 60% liegt. Auch dieser Wert hat sich gegenüber 2021, als er bei 16% lag, leicht verbessert. Tatsächlich liegt die Recyclingquote für Papier in Europa derzeit bei 74%, bei Papierverpackungen sogar bei 83%.2 Im Jahr 2020 wurden in Europa also insgesamt 56 Millionen Tonnen Papier gesammelt und recycelt.2

  • Dass in Europa mehr als 60% des Altpapiers recycelt wird, diese (richtige) Aussage glauben in Belgien nur 26% und in Dänemark noch weniger Verbraucher, nämlich nur 13%. Auch in Österreich werden die Leistungen der Papier-Kreislaufwirtschaft grob unterschätzt, hier haben 16% zutreffend geantwortet.
  • 67% der Verbraucher sind der Meinung, dass nur Recyclingpapier verwendet werden sollte.
  • Die Umfrage ergab auch, dass 41% der europäischen Verbraucher glauben, dass Papier und Papierverpackungen verschwenderisch sind.

Dazu kommentiert Enzo Zadra, Umweltsprecher der Papierindustrie: „Wir erzeugen Papier in Europa nachhaltig, aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen. Es liegt an uns, dies offen und aktiv zu kommunizieren, indem wir unsere gut funktionierende Nutzungskaskade der falschen Wahrnehmung entgegenhalten.“

Auch e-Kommunikation hat einen Fußabdruck

Die Pandemie brachte einen Wandel und ein Wachstum der elektronischen Kommunikation mit sich, da Meetings, Veranstaltungen und das Tagesgeschäft zunehmend online abgewickelt werden und sich die Menschen mehr auf Online-Nachrichten verlassen. Dabei gehören Papier und Printmedien mit 0,8% ³ zu den geringsten Treibhausgasemittenten, während die IKT-Industrie für mehr als 2,0% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist (so viel wie der gesamte Flugverkehr). Bleibt der Online-Fußabdruck unangetastet, könnte er bis 2040 auf 14% der weltweiten Emissionen ansteigen.4 Trotzdem halten 56% der in der Studie befragten europäischen Verbraucher elektronische Medien für umweltfreundlicher als Papierkommunikation. Auch wenn sich diese Zahl gegenüber 2021 (60%) verbessert hat, unterstreicht sie doch die nach wie vor bestehenden Missverständnisse über die Nachhaltigkeit sowohl der Print- als auch der elektronischen Kommunikation.

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Eine 4seitige Zusammenfassung mit Grafiken des Trend Tracker Research 2023 wurde im Sommer veröffentlicht und kann unter austria@twosides.info angefordert werden.

Der vollständige Bericht, der nach Alter und Geschlecht aufgeschlüsselt regionale Daten enthält, ist für Two Sides-Mitglieder und Unterstützer erhältlich. Weitere Informationen über die Two Sides-Kampagne und darüber, wie Sie Unterstützer werden können, finden Sie unter: www.twosides.info

1 FAO: 2020
² EPRC (Europ. Altpapierrat):Monitoring-Bericht, 2020
³ EEA: THG-Inventar der EU 1990-2018, 2020
4 EU-Kommission: 2020

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Hinweise für Redakteure über die Trend Tracker-Umfrage

Die Umfrage wird alle zwei Jahre weltweit durchgeführt, um die Vorlieben, Wahrnehmungen und Einstellungen der Verbraucher gegenüber Papier, Printmedien und Papierverpackungen zu erheben und zu verstehen. Im Jänner 2023 wurde die Studie mit 10.250 Verbrauchern von Two Sides neu aufgelegt und vom unabhängigen Forschungsunternehmen Toluna online durchgeführt.

National repräsentative Umfragen wurden in Argentinien (400), Brasilien (1.000), Chile (350), Paraguay (200), Südafrika (500), den Vereinigten Staaten (1.000) und Europa, einschließlich Österreich (500), Belgien (600), Dänemark (500), Finnland (350), Frankreich (1.000), Deutschland (1.000), Italien (1.000), Norwegen (350), Schweden (500) und dem Vereinigten Königreich (1.000) durchgeführt.

Über Two Sides

Two Sides ist eine gemeinnützige globale Initiative zur Förderung der einzigartig nachhaltigen Eigenschaften von Papier, Printmedien und Papierverpackungen. Darüber hinaus spricht sie auch die Attraktivität des Materials an, mit der Fähigkeit, das geistige Wohlbefinden, das Lernen und die Kreativität zu fördern. In Österreich wird die Kampagne von Austropapier getragen – und von vielen anderen Unterstützern aus der gesamte Wertschöpfungskette in den Bereichen Papier, Print und Verpackung, einschließlich Forstwirtschaft, Zellstoff, Papier, Verpackung, Druckfarben und Chemikalien, Veredelung, Verlagswesen, Druck, Briefumschläge und Postdienstleister.

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Two Sides 2023: Trend Tracker zu Verpackungsfakten

Wenn es ums Kaufen und Transportieren geht, bevorzugen Verbraucher in Europa Verpackungen auf Papierbasis.

Die Trend Tracker Survey 2023, die neueste Verbraucherumfrage von Two Sides Europe, versucht, die sich ändernden Wahrnehmungen der Verbraucher in Bezug auf Druck, Papier, papierbasierte Verpackungen und Tissue-Produkte zu verstehen. Die Umfrage befragte mehr als 10.000 Verbraucher in 16 Ländern auf der ganzen Welt, von Südamerika und den Vereinigten Staaten bis Südafrika und Europa, und lieferte eine Einschätzung der Einstellungen und Überzeugungen der Verbraucher gegenüber der Papierindustrie und ihren Produkten.

Da die Zahl der Verbraucher, die Waren online kaufen, weiter zunimmt, steigt auch das Bewusstsein für die Wahl der Verpackung und die Aufmerksamkeit für die Umweltauswirkungen des Verpackungsmaterials.

Nach den Ergebnissen der Umfrage 2021 kommentiert Jonathan Tame, der Geschäftsführer von Two Sides Europe: „Die 2023er-Werte zeigen jetzt, dass immer mehr Verbraucher glauben, dass Verpackungen aus Papier besser für die Umwelt sind als andere Verpackungsmaterialien.“

Papier – die bevorzugte und nachhaltige Verpackungswahl

Die Verpackung spielt bei der Kaufentscheidung eine äußerst wichtige Rolle, da sie wichtige Produktinformationen enthält und dazu dient, die Produktqualität zu erhalten, zu schützen und zu verbessern. Verpackungen gibt es in einer Vielzahl von Formen, und die Verpackungsindustrie ist ständig auf der Suche nach Innovationen, um die Anforderungen der Verbraucher und der Wertschöpfungskette zu erfüllen.

Für Verpackungen gibt es die häufig verwendeten Stoffe, wie Papier/Karton, Kunststoff, Glas und Metall. Die Verbraucher wurden nun gebeten, ihr bevorzugtes Verpackungsmaterial auf der Grundlage einer Reihe von ökologischen, visuellen und physischen Eigenschaften zu wählen. Die Umfrage für Europa ergab, dass Papier/Karton bei 10 von 15 Attributen der Favorit war, besonders bei Umweltfaktoren wie

  • Kompostierbarkeit mit 76% (Ö 86%),
  • Umweltfreundlichkeit mit 55% (Ö 65%) und
  • Recyclingfreundlichkeit mit 49% (Ö 55%).

Die Auswertung bestätigt erneut, dass Menschen in Österreich überdurchschnittlich viel Wert auf ökologische Verpackungen legen, gefolgt von ebenfalls hoch bewerteten Kriterien wie leichter, günstiger und einfacher zu lagern.

Die Verbraucher glauben zu Recht, dass Papier leichter zu recyceln ist. In Europa werden 82% der Papierverpackungen recycelt, die höchste Recyclingquote aller Verpackungsmaterialien. Glas hat eine Recyclingquote von 76%, Metall 76% und Kunststoff nur 38%. (Eurostat, 2020)

Betrachtet man die verschiedenen Arten von Einkaufstaschen, so sind die Verbraucher der Meinung, dass Papiertaschen die besten Eigenschaften in Bezug auf die Zusammensetzbarkeit (64%), die Wiederverwertbarkeit (55%) und die Herstellung aus erneuerbaren Materialien (38%) aufweisen.

Reduzierung nicht wiederverwertbarer Verpackungen – wer ist dafür verantwortlich?

In einer Zeit, in der Verbraucher, Unternehmen und Regierungen nach Möglichkeiten suchen, Abfälle zu reduzieren und eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft zu schaffen, sind die Verwendung von Einwegverpackungen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt in den Fokus gerückt.

Die Umfrage ergab, dass die Verbraucher der Meinung sind, dass die Regierung mehr tun muss, um die Verwendung von Einwegverpackungen zu reduzieren. Auf die Frage, wer ihrer Meinung nach die größte Verantwortung dafür trägt, dass weniger Verpackungen weggeworfen werden, antworteten 39% der Verbraucher, dass die Regierungen und lokalen Behörden die größte Verantwortung tragen. Dies ist eine große Veränderung im Denken der Verbraucher im Vergleich zu 2021, als sie den Einzelnen (ihre persönlichen Entscheidungen) mit 33 % als am meisten verantwortlich einstuften. Allerdings sind 19% der Verbraucher immer noch der Meinung, dass auch der Einzelne für die Verringerung der nicht wiederverwertbaren Einwegverpackungen verantwortlich ist.

Die Verbraucher sind sich der Auswirkungen von Verpackungen auf unseren Planeten bewusst und fordern zunehmend, dass Behörden, Marken und Einzelhändler mehr tun, um sicherzustellen, dass Kreislaufwirtschaft funktioniert. Dazu meint Horst Bittermann von der Intitiative ProCarton: „Auch unsere Befragung von 5.000 Europäern hat ergeben, dass die Konsumenten Verpackungen in großem Umfang recycelt sehen möchte – eine Erwartung, die wir erfüllen können. Diese Erwartungen der Allgemeinheit fallen dabei auch in die aktuelle Diskussion um eine neue europäische Verordnung für Verpackungen (PPWR), in der die sehr guten Recycling-Ergebnisse der Papier-Kette betrachtet werden müssen.“

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Eine 4seitige Zusammenfassung mit Grafiken des Trend Tracker Research 2023 wurde im Sommer veröffentlicht und kann unter austria@twosides.info angefordert werden.

Der vollständige Bericht, der nach Alter und Geschlecht aufgeschlüsselt regionale Daten enthält, ist für Two Sides-Mitglieder und Unterstützer erhältlich. Weitere Informationen über die Two Sides-Kampagne und darüber, wie Sie Unterstützer werden können, finden Sie unter: www.twosides.info

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Hinweise für Redakteure über die Trend Tracker-Umfrage

Die Umfrage wird alle zwei Jahre weltweit durchgeführt, um die Vorlieben, Wahrnehmungen und Einstellungen der Verbraucher gegenüber Papier, Printmedien und Papierverpackungen zu erheben und zu verstehen. Im Jänner 2023 wurde die Studie mit 10.250 Verbrauchern von Two Sides neu aufgelegt und vom unabhängigen Forschungsunternehmen Toluna online durchgeführt.

National repräsentative Umfragen wurden in Argentinien (400), Brasilien (1.000), Chile (350), Paraguay (200), Südafrika (500), den Vereinigten Staaten (1.000) und Europa, einschließlich Österreich (500), Belgien (600), Dänemark (500), Finnland (350), Frankreich (1.000), Deutschland (1.000), Italien (1.000), Norwegen (350), Schweden (500) und dem Vereinigten Königreich (1.000) durchgeführt.

Über Two Sides

Two Sides ist eine gemeinnützige globale Initiative zur Förderung der einzigartig nachhaltigen Eigenschaften von Papier, Printmedien und Papierverpackungen. Darüber hinaus spricht sie auch die Attraktivität des Materials an, mit der Fähigkeit, das geistige Wohlbefinden, das Lernen und die Kreativität zu fördern. In Österreich wird die Kampagne von Austropapier getragen – und von vielen anderen Unterstützern aus der gesamte Wertschöpfungskette in den Bereichen Papier, Print und Verpackung, einschließlich Forstwirtschaft, Zellstoff, Papier, Verpackung, Druckfarben und Chemikalien, Veredelung, Verlagswesen, Druck, Briefumschläge und Postdienstleister.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Patrick Mader, Country Manager, Two Sides Österreich
Telefon: 01 / 588 86 ~273,   E-Mail: austria@twosides.info

Umweltfakten über die Papierindustrie finden Sie unter at.twosides.info/Mythen-und-Fakten
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Fefco 2022: Wellpappe im Vergleich vorteilhafter

Verpackungen haben viele Aufgaben, sie schützen, präsentieren und informieren. Dennoch werden sie in der öffentlichen Diskussion regelmäßig in Frage gestellt, woraufhin sie ihren Nutzen und besonders ihre Umweltverträglichkeit verteidigen müssen. Zuletzt wurde diese Entwicklung durch einen Vorstoß der EU-Kommission beschleunigt, das Verpackungsmanagement in Europa mit der PPWR-Richtlinie neu zu regeln. Um die Diskussion um die Vorteile von Wellpappe und Mehrweg-Boxen aus Plastik zu versachlichen hat der Brüsseler Wellpappe-Verband Fefco das dänische Ramboll-Büro und das finnische VTT-Institut beauftragt, die Performance beider Lieferketten-Systeme wissenschaftlich zu untersuchen, zu bewerten und Schlussfolgerungen zu ziehen. Schließlich zeigten sich zahlreiche Vorteile für die Verpackung aus Papier.

Aus dem Weißbuch gingen mehrere Empfehlungen hervor:

  • Das Konzept der “zweckmäßigen” Verpackung sollte in der EU-Gesetzgebung einen zentralen Platz einnehmen, da es zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beiträgt und gleichzeitig den Abfall reduziert.
  • Die Abfallhierarchie sollte auf Basis des LifeCycle-Konzepts verbessert werden, da wiederverwendbare Verpackungen nicht immer die nachhaltigste Lösung darstellen.
  • Die unbeabsichtigte Folge einer Ausweitung von Wiederverwendungssystemen kann sein, dass negative Umweltauswirkungen nur verlagert werden, statt zu verschwinden.
  • Bei der Wahl zwischen wiederverwertbaren (recycle) und wiederverwendbaren (reuse) Verpackungslösungen gibt es keine offensichtliche beste Wahl, da die Ergebnisse von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sind.
  • Wiederverwendbare Systeme sind mit erheblichen wirtschaftlichen Investitionen verbunden und verursachen neue Kosten im Zusammenhang mit Logistik, Waschen usw. ohne Erfolgsgarantie. Dazu kann die Umstellung auf die Wiederverwendung den wirtschaftlichen Wert des derzeitigen, gut funktionierenden Recyclingsystems beeinträchtigen.

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Eine andere LifeCycle-Studie hatte Fefco schon 2021 veröffentlicht. Link

Zur Broschüre mit den Details der Studie:

FAO 2022: grafische Kapazitäten gehen zurück

Die FAO in Rom ist die Organisation der UN für Lebensmittel, sowie die Land- und Forstwirtschaft. Ihre neue Erhebung enthält Statistiken über die Produktionskapazität von Papier und Zellstoff in 2022, sowie Prognosen zur Entwicklung in den gewichtigsten Ländern bis 2024. Sie enthält auch Informationen über die eingesetzten Mengen von Altpapier.

Die Erhebung basiert auf den Daten und Einschätzungen, die von einem weltweiten Korrespondenten-Netz vorgelegt wurden; die meisten Experten arbeiten in den Industrieverbänden oder, in Ermangelung solcher Vereinigungen, in Papierunternehmen. Die Umfrage zeigt nur die Länder, die Antworten auf die Fragebögen gemeldet haben, Schätzungen wurden ansonsten nicht berücksichtigt.

Der Bedarf an Papierprodukten wird kurzfristig nur wenig wachsen, zusätzliche Mengen können auch aus einer besseren Auslastung der Anlagen resultieren. Nach den Angaben der FAO wachsen die Kapazitäten für die Zellstofferzeugung noch nicht einmal um 1 Prozent (Repräsentanz 77%). Papier hingegen legt in zwei Jahren um 4 Prozent zu (Repräsentanz 60%). Dabei wächst das Angebot von Verpackungspapier (2%), während es bei grafischen Papieren im Zeitraum bis 2024 zurückgehen wird (-4%).

In zwei weiteren Zusammenfassungen zeigt die Liste eine Statistik der Papierherstellung und eine zum Altpapierverbrauch. In diesen wurden aus den folgenden 34 Ländern, die etwa 82 Prozent der weltweiten Papierproduktion repräsentieren, Antworten in die Umfrage aufgenommen: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Korea, Mexiko, Niederlande, Tschechien, Neuseeland, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Russische Föderation, Slowenien, Spanien, Schweden, Thailand, Ungarn, USA Uruguay Weißrussland und auch Österreich.

Die Statistik nach einzelnen Ländern aufgegliedert finden Sie hier:

Cepi 2022: europäische Papierproduktion schwächer

Der europäische Papierverband Cepi hat die Key Statistics der Branche für 2022 veröffentlicht. Die Produktionsmengen bei Papier und Zellstoff weisen nach dem Aufschwung-Jahr 2021 einen Rückgang auf, mit der Inflation jedoch auch einen kräftigen Anstieg des Umsatzes. Neben Papier und Zellstoff kommen auch die Kapitel Rohstoffe (Holz, Altpapier, Chemikalien), Energie, Umwelt, Beschäftigung und Kennzahlen zur Branchenstruktur vor.

Die gesamte Broschüre hat 32 Seiten mit Daten, Tabellen und Grafiken:

ERPC 2022: Recycling-Quote für Altpapier bei 70,5 Prozent

Seit dem Jahr 2000 hat sich die europäische Wertschöpfungskette Papier dem doppelten Ziel verschrieben, das Recycling zu verbessern und weitere Hindernisse zu beseitigen, die dem Altpapier-Recycling in Europa noch im Wege stehen. Deshalb verpflichteten sich die Unterzeichner der Europäischen Erklärung zum Papierrecycling dazu, bis 2030 eine Recyclingquote von 76 % zu erreichen. Die neue Europäische Erklärung zum Papierrecycling 2021 bis 2030 wurde im Juni 2022 veröffentlicht.

Sowohl der Verbrauch von neuem Papier und Karton als auch die Sammlung von Altpapier (PfR) gingen zurück (um -1,8 % bzw. -5,0 %). Infolgedessen sank die Recyclingquote im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr. 2022 wurden 70,5 % des gesamten in Europa verbrauchten Papier- und Kartonprodukte recycelt. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise wirkten sich, wie in vielen anderen Sektoren auch, auf den Markt für Altpapier aus. Die hohen Strom- und Gaspreise haben sich unverhältnismäßig stark auf den Betrieb der Papierfabriken ausgewirkt, die Altpapier einsetzen. Diese Papierfabriken sind für ihre Energieerzeugung am Standort nämlich stärker von der Gasversorgung abhängig als Papierfabriken, die Zellstoff erzeugen und deshalb Lauge zum Verbrennen haben. So wirkte sich die Energiekrise stärker auf die Altpapier-Recycler aus, was trotz der erheblichen Investitionen in neue Recyclingkapazitäten in Europa im vergangenen Jahr zu einem leichten Rückgang der Nutzung von PfR führte.

Auf nationaler Ebene lag die Zahl der Länder mit einer Recyclingquote von weniger als 60 % im letzten Jahr bei 7, gegenüber 9 noch davor. Die Zahl der Länder, die eine Recyclingquote von mehr als 70 % aufweisen, lag aber bei 14 gegenüber 16 zuvor. Generell ging der Papierverbrauch 2022 in fast allen Sorten zurück, mit Ausnahme von Hygienepapieren (+3,5 %) und Karton für Faltschachteln (+6,5 %).
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Zur EPRC-Broschüre

Weltweit ist Europa weiterhin der Recycling-Champion, gefolgt von Nordamerika. Die Recyclingquoten der anderen Weltregionen verbessern sich zwar gleichzeitig, allerdings von einem niedrigeren Niveau aus. In Europa wurden Papierfasern durchschnittlich 3,5 mal verwendet, während der weltweite Durchschnitt bei 2,5 Umläufen lag.

Die EU hat ihre Zielvorgaben für das Recycling von Siedlungs- und Verpackungsabfällen erhöht; es liegt auf der Hand, dass eine gut funktionierende Kette für Altpapier-Recycling eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung dieser Ziele ist. Papierrecycling ist eine “Made in Europe”-Methode. Da das Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten in Europa stattfinden, trägt das Papierrecycling zur Wertschöpfung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei uns bei, und zwar aus einer erneuerbaren und überwiegend europäischen Ressource: Holz.

Für den Verpflichtungszeitraum 2021-2030 werden die Berechnungen der Recyclingquoten von Deloitte unabhängig überprüft.

CEPI 2022: Recycling-Fähigkeit von Papierprodukten testen

Um die Recyclingraten bei Papierverpackungen noch weiter zu erhöhen, sind einheitliche Testmethoden notwendig. Damit können Faktoren wie Faserstruktur oder Fremdstoffgehalt festgestellt und bei der Entwicklung neuer Papierprodukte mit berücksichtigt werden.

Die Papierindustrie hat kürzlich eine aktualisierte, europäisch harmonisierte Testmethode mit drei Anhängen für die Recyclingfähigkeit vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Papier-Kette entwickelt wurde. Für das Projekt war die Unterstützung der 4evergreen-Mitglieder besonders wichtig, die über einen Zeitraum von neun Monaten eine Reihe von Tests durchführten. Die dabei entwickelte Methode ist besonders für Papierverpackungen relevant. Diese weisen zwar jetzt schon hohe Recyclingquoten auf, erfüllen aber auch zunehmend neue Funktionalitäten, die für das Recycling auch mitbedacht werden müssen. Die aktualisierte harmonisierte Cepi-Prüfmethode für die Recyclingfähigkeit bietet dafür jetzt Designrichtlinien und Bewertungsprotokolle, die es ermöglichen, Papierprodukte in ganz Europa unter identischen Bedingungen auf ihre Wiederverwertbarkeit zu prüfen.

Bis 2025 sollen alle Papierverpackungen recycelbarsei
       und die Recyclingquote bis 2030 die 90 % erreichen.

Die Rezyklierbarkeit von Papierprodukten wird durch Laborverfahren bestimmt, die die wichtigsten Phasen in den Altpapier-einsetzenden Fabriken nachgebildet. Das sind einige der Parameter:

  • Die Leichtigkeit, mit der die Fasern mit der Standardausrüstung getrennt werden können.
  • Die Möglichkeit, aus den zurückgewonnenen Fasern ohne nennenswerte Störung Blätter zu formen.
  • Das visuelle Erscheinungsbild, wenn die Fasern zu Platten geformt sind.
  • Der Anteil an grobem und feinem Ausschuss.
  • Der Grad der Fragmentierung von störenden Materialien (Klebstoffe, Metalle, Kunststofffolien).
  • Der Gehalt an kolloidalen Teilchen (<10 μ), die von papierfremden Bestandteilen stammen.

Die Prüfmethoden ermöglichen es, die Prozesse unter Laborbedingungen nachzubilden, die sonst im industriellen Maßstab in Papierrecyclingfabriken ablaufen. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wurden die bisherigen Methode einem “Realitätscheck” unterzogen und die Prüfinstitute in ihren Bemühungen unterstützt.
Um den gleichen Feuchtigkeitsgehalt aller Papierproben herzustellen, kommt ein Trocknungsofen zum Einsatz.

“Die Methode, die von uns gemeinsam entwickelt wurde, bietet ein gutes Instrumentarium, um die Feststellung der Recyclingfähigkeit in ganz Europa auf harmonisierte Weise zu fördern.”
Hans Wortman (Wepa), Vorsitzender von 4evergreen.

4evergreen wurde 2019 gegründet und vertritt die Wertschöpfungskette für Verpackungen aus Papier. Mit dabei sind auch eine Reihe von weltweit führenden Unternehmen.

Die Unterlagen mit den technischen Beschreibungen der Labor-Tests finden Sie hier:

ERPC 2021: Recycling-Quote mit Corona-Delle

Seit dem Jahr 2000 hat sich die europäische Papierwertschöpfungskette in Europa einem doppelten Ziel verschrieben: das Recycling zu verbessern und die Bemühungen um die Beseitigung von Hindernissen zu verstärken, die der Wiederverwertung im Wege stehen. 2021 haben sich die Unterzeichner der Europäischen Erklärung zum Papierrecycling dazu verpflichtet, bis 2030 eine Recyclingquote von 76 % zu erreichen.

Im vergangenen Jahr wurden 71,4 % des gesamten in Europa verbrauchten Papiers und Kartons recycelt. Sowohl der Verbrauch von neuen Papierprodukten als auch die Altpapier-Sammlung haben zugenommen. Seit der Aufhebung vieler pandemiebedingter Beschränkungen hat sich der Papierverbrauch stark erholt, er erreichte ein höheres Niveau als 2019, vor der Corona-Pandemie.

Auch bei der Sammlung von PfR (Paper for Recycling) ist ein Wachstum zu verzeichnen, allerdings erholte sich das Sammelniveau hier langsamer. Infolgedessen ist die Verwertungsquote im Vergleich zu 2020 leicht gesunken. Die volle Auswirkung dieses starken Anstiegs des Papier- und Kartonverbrauchs auf die Erfassungsmengen wird möglicherweise erst in den Zahlen für 2022 sichtbar werden. Nichtsdestotrotz hat die Verwendung von PfR dank umfangreicher Investitionen in neue Recyclingkapazitäten in Europa weiter zugenommen, was auf einen insgesamt kontinuierlichen Anstieg des Altpapier-Recyclings in Europa hindeutet.

Auf regionaler Ebene lag die Zahl der Länder mit einer Recyclingquote von unter 60 % im Jahr 2021 bei 10, gegenüber 8 im Jahr 2020. Außerdem lag die Zahl der Länder mit einer Recyclingquote von über 70 % bei 13, gegenüber 15 im Jahr 2020. Betrachtet man die Entwicklung der verschiedenen Papier- und Kartonsorten, so zeigt sich, dass der Verbrauch aller grafischen Papiere 2021 zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder anstieg (um 2,7 %). Der Verbrauch von Hülsenmaterialien stieg um 9,9 %, während Tissue-Papiere einen leichten Rückgang verzeichneten.

Auf internationaler Ebene ist Europa weiterhin der Weltmeister beim Wiederverwerten von Altpapier, gefolgt von Nordamerika. Die Papierrecyclingraten in den anderen Regionen der Welt verbessern sich, allerdings von einem niedrigeren Niveau aus. In Europa werden Papierfasern durchschnittlich 3,5 Mal eingesetzt, während der weltweite Durchschnitt bei 2,5 Mal lag. Die EU hat ihre Zielvorgaben für das Recycling von Siedlungs- und Verpackungsabfällen erhöht; da liegt es auf der Hand, dass eine gut funktionierende Papierrecycling-Kette wichtig für die Erfüllung dieser Ziele ist. Altpapier zu recyceln ist “Made in Europe”. Es erhöht die Wertschöpfung und die Zahl der Jobs in Europa aus einer erneuerbaren und überwiegend europäischen Ressource: Holz.

Um das Recycling Jahr für Jahr einfach und unkompliziert zu gestalten, bedarf es großer Anstrengungen seitens der Wertschöpfungskette Papier. Der Altpapierrat EPRC erläutert diese Anstrengungen im jährlichen Monitoring-Bericht mit Stolz.

Die Recycling-Rate ist 71,4 Prozent.

Im Jahresvergleich stieg die Gesamtmenge an gesammeltem und recyceltem Altpapier 2021 um 2 % auf 57,1 Millionen Tonnen, während der Verbrauch von Papier und Karton um 4,8 % auf 80 Millionen Tonnen anstieg. Die Recyclingquote ist definiert als das Verhältnis zwischen dem Recycling von Altpapier, einschließlich des Saldos im Außenhandel (Imp/Exp), und dem Verbrauch von neuen Papierprodukten. Da der Verbrauch aber stärker anstieg als das Recycling innerhalb und außerhalb Europas, sank die Recyclingquote von 73,3 % im Jahr 2020 auf 71,4 % im Jahr 2021.

Betrachtet man die Fortschritte seit 1998 – dem Basisjahr für die erste freiwillige Selbstverpflichtung in der Europäischen Erklärung zum Papierrecycling – so ist das Recycling um 43 % (17,1 Millionen Tonnen) gestiegen. In starkem Gegensatz dazu stieg der Verbrauch seit 1998 bis 2007 an und fiel in den folgenden Jahren wieder unter das Ausgangsniveau zurück.

In der europäischen Papierindustrie stieg der Einsatz von PfR bis 2021 auf 52,4 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 5,7 % entspricht. Dies ist vor allem auf die umfangreichen Investitionen in neue Recyclingkapazitäten in den Fabriken zurückzuführen. Eine Nettomenge von 4,9 Millionen Tonnen (8,5 % der insgesamt 57,1 Millionen Tonnen) wurde von Drittländern außerhalb der Verpflichtungsregion (EU-27, UK, Norwegen und Schweiz) gekauft. Die ehemals hohe chinesische Nachfrage nach europäischem Altpapier ist auf ein Niveau nahe Null zurückgegangen. Dies kam durch die Entscheidung der chinesischen Regierung, ihre Abhängigkeit von Sekundärrohstoffen aus Drittländern bis 2020 zu verringern. Die wichtigsten Ausfuhrländer für europäische PfR sind mittlerweile Indien, die Türkei und Indonesien. Andere Länder wie Vietnam und Thailand haben ihre Einfuhren europäischer PfR ebenfalls erhöht, aber insgesamt sind die Nettoausfuhren von PfR außerhalb Europas im Vergleich zu 2020 um -24,7 % zurückgegangen.

Die Broschüre des Altpapierrats gibt es hier:

Die EPRC-Mitglieder, die 14 Sektoren entlang der europäischen Papierrecycling-Wertschöpfungskette vertreten, haben sich verpflichtet, Das Altpapier-Recycling bis 2030 zu verbessern. Mit ihrem Beitritt zur Europäischen Erklärung zum Papierrecycling zeigen sie ihr Engagement für die Erreichung qualitativer Ziele. Die EPRC-Mitglieder beteiligen sich an Initiativen zur Erleichterung des Recyclingprozesses und zur Steigerung der Recyclingaktivitäten.

 

Für den Verpflichtungszeitraum 2021-2030 werden die Berechnungen der Recyclingquoten von Deloitte unabhängig überprüft.

Papier, Karton und Pappe ist das am meisten wiederverwertete Verpackungsmatrial in Europa.
(Quelle: EuroStat, für 2019)

Propak 2021: Aufschwung nach Corona

Im Branchenreport berichtet die papierverarbeitende Branche von einem guten Geschäftsjahr 2021, mit einem Ausblick auf 2022. Auch in Krisenjahren punkten Papierprodukte mit Nachhaltigkeit.

Die papierverarbeitenden Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2021 ein gutes Wachstum, die Jahresproduktion erreichte 2,6 Milliarden Euro (+9,5%). Allerdings belasteten enorme Preissprünge bei Rohstoffen und Energie die Unternehmen. Die hohe Kosteninflation setzte die Wertschöpfung der Mitgliedsunternehmen aber unter sehr starken Druck. Die Propak-Branche ist mit ihren nachhaltigen und innovativen Produkten unverzichtbar für die Aufrechterhaltung erheblicher Teile des Wirtschaftssystems, der Infrastruktur und des Gemeinwesens. Die Mitgliedsunternehmen bieten auch in schwierigen Zeiten attraktive Arbeitsplätze mit viel Potenzial zur Weiterentwicklung.

Im Vorwort zum neuen Branchenbericht der Papierverarbeiter schreibt Präsident Fischer über die aktuellen, herausfordernden Zeiten: der Ukraine-Krieg, eine exorbitante von Energie- und Rohstoffpreisen getriebene Inflation für Unternehmen wie Konsument:innen, die gar nicht mehr so latente Gefahr einer Rezession, der Klimawandel – selbst die von manchen schon totgesagte Corona-Pandemie weigert sich hartnäckig, den politischen Vorgaben bezüglich ihres Endes nach mehr als zwei Jahren endlich Folge zu leisten.

Für die Propak-Industrie ist dies wieder eine „Gelegenheit“, ihre Resilienz unter Beweis zu stellen. Es steht dabei natürlich außer Frage, dass die Herstellung der unverzichtbaren Produkte aus Papier und Karton – ob Verpackungen für eine funktionsfähige Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs oder andere papierbasierte Erzeugnisse wie Hygieneprodukte, Etiketten, Lehr- und Lernmaterial etc. – Teil der kritischen Lieferketten und damit ein systemrelevanter Faktor ist.

Dennoch hat die Propak mit multiplen Herausforderungen zu kämpfen, um die Aufrechterhaltung ihrer Lieferfähigkeit sicherzustellen – Herausforderungen, die die Mitgliedsunternehmen dank ihrer Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Nachhaltigkeit bisher sehr gut gemeistert haben. Und bei Betrachtung der Performance zeigt sich wieder ein Charakteristikum der Branche: Die Propak hält sich vergleichsweise gut in schwierigen Zeiten, ist aber nie der Überflieger bei starker Konjunktur.

Die weitere Entwicklung ist schwer abzuschätzen, die Lösung der Probleme ist eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe und wird allen Gruppen einen Beitrag abverlangen. Ich vertraue darauf, dass die Propak als Gemeinschaft der Arbeitgeber und Mitarbeiter:innen am Ende des Tages wieder von sich sagen kann: Wir sind vergleichsweise gut durchgekommen.

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