ARA 2021: Zwölf Minuten für Mülltrennung

Zum Tag der Mülltrennung am 7. März hat die ARA gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut IMAS die österreichische Bevölkerung zu ihrem Mülltrennverhalten befragt. Das Fazit: Mülltrennung und besonders Altpapier-sammeln ist wichtig.

96 Prozent der Menschen in Österreich empfinden Mülltrennung als wichtig, auch die getrennte Sammlung von Verpackungen wird von 93 Prozent als wesentlich eingeschätzt. 34 Prozent der befragten Personen möchte ihren Abfall künftig noch genauer trennen, besonders motiviert sind die 14- bis 29-Jährigen mit 42 Prozent. Im Durchschnitt wenden die Österreicher zwölf Minuten pro Woche für die getrennte Sammlung auf. Mit Blick auf den Klimaschutz und die neuen Recyclingziele für 2025 begrüßt die ARA diese starken Ergebnisse und verweist darauf, künftig noch näher an den Endkonsument sein zu wollen.

Durch die richtige Verpackungssammlung können Verbraucher einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz beitragen. Verpackungsrecycling entlastet die Umwelt durch den Einsatz wertvoller Sekundärstoffe. Wie es um das Recyclingbewusstsein der Österreicher steht, hat die ARA gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut IMAS in einer repräsentativen Befragung erhoben. Die Ergebnisse zeigen: 93 Prozent finden Verpackungssammlung gut. Und die Zustimmung wächst stetig, wie den bisherigen Umfragen der ARA und IMAS entnommen werden kann. Zum Vergleich: Vor rund 30 Jahren lag diese noch bei rund 67 Prozent.

Dass das österreichische Sammelsystem durchwegs positiv aufgenommen wird, bestätigt auch seine Nutzung: 98 Prozent der Befragten geben an, Altpapier getrennt zu sammeln, danach folgen Glasverpackungen (97 Prozent), Kunststoffgetränkeflaschen (91 Prozent) und Verbundkartons (76 Prozent). „Diese Ergebnisse sind sehr erfreulich, dennoch herrscht bei den Kunststoffverpackungen noch Aufholbedarf. Denn um die EU-Ziel ab 2025 zu erreichen, müssen wir das Recycling verdoppeln. Bei allen anderen Verpackungen haben wir die Ziele schon heute erfüllt. Das zeigt, dass wir in Österreich auf dem richtigen Weg sind, jede Verpackung zurück in den Kreislauf zu holen. Diese Rohstoffwende hilft, die Umwelt nachhaltig zu entlasten. Dafür wollen wir uns für das Engagement jeder und jedes Einzelnen bedanken“, so ARA Vorstand Christoph Scharff.

Jeder Dritte will Abfall noch besser trennen

Rund zwölf Minuten pro Woche verwenden die Menschen in Österreich für die Mülltrennung. 23 Prozent bringen weniger als fünf Minuten auf, 36 Prozent zwischen fünf und zehn und weitere 19 Prozent zwischen elf und 20 Minuten. Die Bevölkerung zeigt sich sehr motiviert, wenn es um Recycling geht. Denn obwohl über alle Bundesländer und Alterskohorten hinweg getrennt gesammelt wird, wollen es viele noch besser machen. Knapp jeder Dritte möchte künftig seinen und ihren Abfall noch genauer trennen. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist es sogar fast jeder Zweite. Die jüngere Generation ist dabei ein wichtiger Hebel, wenn es um die Erreichung der Ziele des europäischen Green Deals geht. „Die Motivation der Jungen, ihren Abfall noch sorgfältiger zu trennen, zeigt uns, dass Recycling und Umweltschutz ernst genommen werden“, erläutert Scharff weiter.

Eine einheitliche Sammlung für Kunststoff und Metall kommt auch

Das Sammelsystem für Kunststoff- und Metallverpackungen zu vereinheitlichen, ist ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung der Sammlung und zur Steigerung der Mengen. Mit der jüngsten Novelle der Verpackungsverordnung ist der Fleckerlteppich an verschiedenen Sammelsystemen bald Geschichte. Ab 2023 werden österreichweit alle Kunststoffverpackungen gesammelt und spätestens ab 2025 gemeinsam mit Metallverpackungen. „Wir wollen noch näher an die Verbraucher und stellen dazu von Bring- auf bequeme Holsysteme ab Haus um. Aktuell sind 2,4 Millionen Haushalte an die Ab-Haus-Sammlung mit dem Gelben Sack oder Gelben Tonne angeschlossen. Durch den Ausbau dieses Systems wollen wir noch mehr Convenience bieten, um ihnen Mülltrennung zu jeder Zeit einfach und leicht zu ermöglichen.“

 

Zur Studie: Im Auftrag der ARA befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IMAS im Dezember 2021 insgesamt 1.065 Menschen in Österreich ab 14 Jahren zum Thema Mülltrennung

VOEB 2021: mehr Potential bei der Mülltrennung

Abfall trennen und recyceln, mit Lebensmitteln achtsam umgehen, Verpackungsmüll und Plastik vermeiden sowie Problemstoffe richtig entsorgen: So tragen die Österreicher laut einer gemeinsamen Studie von VOEB und MarketAgent aktiv zum Umweltschutz bei.

Welchen persönlichen Beitrag leisten die Menschen in Österreich zum Umweltschutz? Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist dieser Frage in einer repräsentativen Studie nachgegangen. An erster Stelle steht mit 84 Prozent Zustimmung die sorgfältige Trennung des Abfalls und der Wertstoffe, darunter Altpapier. Danach folgt der Wunsch, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren (77%). Zwei Drittel der Befragten achten darauf, Problemstoffe wie Batterien korrekt zu entsorgen, und etwas mehr als die Hälfte bemüht sich, Verpackungsmüll und Plastik zu vermeiden. Wasser zu sparen, Abfall generell zu vermeiden und kaputte Elektrogeräte reparieren statt gleich zu entsorgen sind weitere Möglichkeiten, der Umwelt etwas Gutes zu tun. „Jeder Einzelne leistet mit unterschiedlichen Alltagsgewohnheiten einen positiven Beitrag zur persönlichen Umweltbilanz“, freut sich Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „Mit der aktuellen Debatte zum Klimaschutz ist auch der Bevölkerung die Bedeutung von Abfällen als wertvolle Sekundärrohstoffe bewusst geworden.“

Aufholbedarf bei unter 30-Jährigen

VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly

„Immer wieder bestätigen Studien, dass sich junge Menschen zwar umweltpolitisch engagieren, aber im Alltag nicht immer entsprechend handeln. Diesen Widerspruch erklären wir uns damit, dass die Mülltrennung vor rund 30 Jahren in Österreich eingeführt, damals massiv beworben und darüber diskutiert wurde – heute allerdings nicht mehr. Daher scheint sie für die ältere Generation selbstverständlich zu sein, nicht aber für die jüngere. Dabei ist die sorgfältige Trennung von Abfall die wirksamste Maßnahme, um Wertstoffe im Wirtschaftskreislauf zu halten“, so Jüly. „Wir brauchen unbedingt eine zeitgemäße Aufklärung über Mülltrennung, um die junge Generation er erreichen – am besten über Apps oder sozialen Medien und in mehreren Sprachen. Und natürlich wäre es am einfachsten, wenn die österreichweit geforderte einheitliche Sammlung von Wertstoffen endlich umgesetzt wird.“ So gibt es in Österreich derzeit bis zu 13 verschiedene Sammelsysteme, um beispielsweise Plastikflaschen, Leichtverpackungen, Altpapier oder Dosen zu sammeln. „Wir haben nur mehr wenig Zeit, um die Umweltziele der EU zu erreichen, wie etwa die Verdoppelung des Kunststoffrecyclings. Weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht können wir es uns leisten, unsere Ressourcen zu verschwenden.“

Zur Studie

WU 2021: Digital Natives und die Bücher

Was Bücher immer noch können: weder die Praxis des Lesens noch das Printmedium sind so gefährdet, wie manch düstere Prophezeiung behauptet. Was der Buchhandel aus einer neuen Studie mitnimmt, zeigt sich bei einer genaueren Analyse des Abschlussberichtes.

Die Untersuchung, die vom Institut für Retailing & Data Science der Wiener Wirtschaftsuni im Auftrag des Buchhandels (HVB) durchgeführt wurde, hatte fast 800 junge Menschen zwischen 14 und 30 befragt. Gegenstand waren Lesegewohnheiten und Vorlieben in Bezug auf Buchhandlungen. Manche Ergebnisse der Onlinefragbögen fielen aus wie erwartet – aber bei durchaus nicht alle.

„Was uns bei der Auswertung der Studie besonders überrascht hat, ist die Tatsache, dass Digital Natives gar nicht so digital sind, wie gedacht“, sagt Cordula Cerha, die mit der Studienleitung beauftragt war. „Gedruckte Büchern haben auch für die junge Generation einen hohen Stellenwert.“

Zwischen Instagrammability und Nostalgie

Aus der Befragung geht hervor, dass die größte Konkurrenz für das Lesen nicht etwa Twitter und Instagram sind – sondern der Wunsch, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Digital Natives leben in einer Welt der konkurrierenden Werte: Viele sind hin- und hergerissen zwischen neuen Medien und dem Wunsch nach Onlinepräsenz auf der einen Seite, und der Rückbesinnung auf die Vorteile analoger Medien auf der anderen. Der Impuls zum Kauf von Büchern entspringt laut der Studie zu großen Teilen aus Nostalgie für traditionelle Werte und dem Wunsch nach „Ownership“.

Die größte Konkurrenz für das Lesen ist nicht etwa Twitter und Instagram – sondern der Wunsch, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.

Bücher stehen demnach für eine Welt, die der digitalen Realität, in der junge Menschen leben, gegenübersteht und einen Ausgleich schafft. Es ist daher wenig überraschend, dass mehr als die Hälfte der Befragten gedruckte Formate bevorzugen. E-Book und Hörbuch stellen auch bei den Digital Natives keine nennenswerte Konkurrenz für das Buch dar. Trotz des höheren Preises wird grundsätzlich das gebundene Buch gegenüber dem Taschenbuchformat bevorzugt.

Vielleser versus Wenigleser

„Es ist wichtig sich vor Augen zu halten, dass beim Thema Bücherkauf nicht alle jungen Menschen in einen Topf geworfen werden können“, meint Cerha. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass Interessengebiete und Kaufverhalten je nach Lesegewohnheit stark variieren.“ Um diese Unterschiede deutlich zu machen, wurden die Teilnehmenden in „Vielleser*innen“ „Wenigleser*innen“ unterteilt. Je mehr das Lesen eine zum Alltag gehörende Gewohnheit sei, erklärt Cerha, desto mehr liege der Fokus beim Bücherkauf auf dem Kern der Sache: dem Buch selbst. „Wenig-Leser*innen legen sehr viel mehr Wert auf Zusatzangebote in der Buchhandlung, etwa interaktive Touchscreens und Augmented Reality-Lösungen.“ Nahezu deckungsgleich sind allerdings die bevorzugten Themenbereiche der Viel- und Wenigleser. Die Kategorie Spaß, Spannung und Unterhaltung hat für etwa 36 Prozent der Personen aus beiden Kategorien die höchste Priorität.

Anscheinend sichert der Besitz von Büchern das Ownership über den Inhalt nachhaltiger.

Auch das Geschlecht spielt bei der Verteilung eine große Rolle. Frauen lesen im Durchschnitt deutlich mehr als Männer: Unter den weiblichen Befragten befanden sich doppelt so viele Viellesende wie unter den männlichen Studienteilnehmenden.

Buchhandlungen als Ort des Rückzuges

„Ruhe“, „Lesen“, „Auswahl“, „Geruch“ und „Stöbern“ sind unter den meistgenannten Begriffen, die assoziativ mit Buchhandlungen verknüpft werden. Neben dem Buch selbst, das wenig überraschend für die meisten die erste Assoziation darstellt, werden also vor allem Wörter, die mit einer friedlichen, entspannten Atmosphäre einhergehen, mit dem Besuch eines Buchgeschäftes in Verbindung gebracht.

Sofortige Verfügbarkeit und die Haptik der Bücher werden als äußerst wichtig empfunden, die zentralen Kaufanlässe sind neben überzeugenden Klappentexten Zeit zum Verweilen und ausgiebiges Stöbern. Internetrecherche spielt für die Kunden im stationären Buchhandel hingegen eine untergeordnete Rolle. Außerdem sind Größe und Qualität des Buchangebots deutlich relevanter als zusätzlich angebotene Produkte.

 

Bernhard Heinzlmaier, Vorsitzender des Institutes für Jugendkulturforschung, macht darauf aufmerksam, dass Buchhandlungen von unterschiedlichen Zielgruppen aus unterschiedlichen Gründen geschätzt werden.

„Die Besonderheiten kleiner Buchhandlungen mit Themenschwerpunkt und kompetenter Beratung werden etwa von Studierenden als wertvoll wahrgenommen. Große Geschäfte, die mit ihrem breiten Angebot mit Onlineriesen wie Amazon mithalten können, bieten Inspiration für Unentschlossene.“

Digitalisierung: trotz allem wichtig

Junge Leser wissen moderne, digitale Möglichkeiten aber durchaus zu schätzen. Vor allem Convenience fördernde Angebote wie Click&Collect und Quick-Checkout Kassen stehen hoch im Kurs.

Schlussendlich kommt es, wie fast immer im Leben, auf die richtige Mischung an: Traditionelle Werte des gedruckten Buches und des stationären Handels, wie Haptik, gemütliche Umgebung und persönliche Beratung bleiben weiterhin relevant. Zusätzlich können Buchhandel und -geschäfte mit der Installation von QR-Codes, dem Ausbau von Multichanneling und durchdacht aufbereiteten Onlineshops punkten. „Mein Eindruck ist, dass Buchhändler*innen im deutschsprachigen Raum auch jetzt bereits vieles richtig machen“, sagt Heinzlmaier. „Bücher und die Orte, an denen man sie erhält, sind keineswegs im Verschwinden begriffen. Auch nicht in den Augen der Digital Natives.“

zum HVB-Beitrag von Linn Ritsch

MarketAgent 2021: nachhaltige Verpackungen für den Handel

Der Ruf nach nachhaltigen Verpackungslösungen im Lebensmittel- und Drogeriefachhandel wird lauter, ergab eine neue Umfrage in Österreich. Rund 80 % finden das wichtig und sind zum Teil auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. Die Top-Argumente sind „kein Plastik“ und „Recyclebar“.

Die Verpackungen von Produkten für den täglichen Bedarf und deren Nachhaltigkeit werden derzeit so stark hinterfragt wie noch nie und das Thema berührt Konsumenten, Hersteller und den Handel gleichermaßen. Gemeinsam mit dem Fachmagazin PRODUKT hat das Marktforschungsinstitut Marketagent die unterschiedlichen Ansichten im Lebensmittel- und Drogeriefachhandel in einer umfassenden Studie unter die Lupe genommen.

Die Relevanz von umweltschonenden Verpackungslösungen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, zum Beispiel vorgegeben durch das neue EU-Kreislaufpaket. Hersteller und Handel müssen bezüglich Recyclingmaterialien künftig strengere gesetzliche Vorgaben erfüllen, die jetzt viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. In der FMCG-Branche (Fast Moving Consumer Goods) wird nachhaltiges Packaging derzeit forciert. Auch bei den Endkonsumenten ist ein gesteigertes Bewusstsein für das Thema spürbar – ob eine Verpackung nachhaltig ist oder nicht beeinflusst vielfach die Kaufentscheidung.

Die Experten der Hersteller und Händler stellen Papier und Karton an die erste Stelle, wenn es um die Nachhaltigkeit von Verpackungsmaterialien geht.

An erster Stelle kommt Nachhaltigkeit

Dass das Thema Nachhaltigkeit ins Bewusstsein der FMCG-Branche und ihrer Verbraucher gerückt ist, ist unumstritten. So messen 89% der Hersteller, 82% der Handelsmitarbeiter und 77% der Konsumenten dem Umweltgedanken in puncto Packaging große Bedeutung zu. Und auch hinsichtlich der wichtigsten Kriterien, die eine Verpackung erfüllen sollte, steht Nachhaltigkeit hoch im Kurs:

Verbrauchern geht es in erster Linie darum, Plastik zu vermeiden (57%), gefolgt von der Recyclebarkeit (50%) und Umweltfreundlichkeit ganz generell (48%). Hersteller und Handel messen umweltschonenden (76%) und recyclebaren Lösungen (72%) mehr Bedeutung zu. Für die FMCG-Branche wird insbesondere ein Blick auf Platz 3 der Kriterien spannend. Denn sie legt großen Wert auf ein ansprechendes Design (72%). Inwiefern diese Bemühungen bei den Käufern ankommen, ist jedoch fraglich. Immerhin geben lediglich 7% an, dass sie das Design einer Produktverpackung als wichtiges Merkmal erachten.

Papier und Glas, aber auch Algen

Was bedeutet „nachhaltig“ nun eigentlich? Unabhängig vom tatsächlichen ökologischen Fußabdruck einer Verpackung, stimmen Konsumenten, Hersteller und Handel größtenteils in ihrer persönlichen Einschätzung überein: Als umweltfreundlichste Packaging-Lösung gilt für 8 von 10 Verbraucher Mehrweg-Glas, gefolgt von nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf / Algen (74%), Maisstärke (73%) und Papier / Karton (71%). Handel und Hersteller sehen in erster Linie Papier / Karton als umweltschonende Lösung an (78%), aber auch andere nachwachsende Rohstoffe stehen im Fokus.

Nachhaltige Verpackungen um jeden Preis?

Unweigerlich ist eine nachhaltige Verpackungslösung oft etwas teuer – aber sind Herr und Frau Österreicher auch gewillt, dafür tiefer in die Tasche zu greifen? Wenn es nach der Einschätzung von Herstellern und Handel geht, ja. So verorten sie die durchschnittliche Aufpreisbereitschaft von Konsumenten bei rund 8% – tatsächlich liegt sie bei den Betroffenen selbst im Schnitt bei 6,8%. Auf der anderen Seite ist gutes Drittel nicht bereit, mehr zu bezahlen, „nur“ weil ein Produkt umweltverschonend verpackt ist.

Und dennoch: „Für die Mehrheit ist es vorstellbar, auf den Kauf eines Produktes zu verzichten, wenn die Verpackung nicht den persönlichen Nachhaltigkeits-Anforderungen entspricht: 45% der Käufer haben aus genau diesem Grund schon des öfteren Produkte wieder zurück ins Regal gelegt“, so Brigitte Drabek, Geschäftsführerin von PRODUKT. Bisher haben die Waren bei 4 von 10 dennoch den Weg in ihren Einkaufswagen gefunden, sie könnten sich aber vorstellen, diese zukünftig nicht mehr zu kaufen.

Nachhaltige Zukunftsaussichten

„Selbst wenn das Thema in Zeiten der Klimakrise zusehends mehr an Aufmerksamkeit gewinnt, sind nicht alle gleichermaßen davon überzeugt, dass ein Wandel tatsächlich rasch stattfinden wird. Während die Mehrheit in der FMCG-Branche angibt, dass der Umstieg auf nachhaltige Ansätze für Verpackungen in ihrem Unternehmen bereits stark forciert wird, glaubt nur ein Drittel der Konsument*innen daran, dass Veränderungen aktuell vorangetrieben werden“, erläutert Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent, die Ergebnisse.

Auch was die zukünftige Entwicklung angeht, machen sich Unterschiede bemerkbar. Hersteller und Handel zeigen sich hier sehr zuversichtlich: Mehr als 9 von 10 sind optimistisch, dass in ihrem Unternehmen in fünf Jahren mehr nachhaltige Verpackungen verwendet werden als gegenwärtig. Konsument*innen sind in ihrer Einschätzung hingegen etwas vorsichtiger und wollen erst vom Gegenteil überzeugt werden.

zur Studie

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen weitere Umfragen, … zum Beispiel der Packaging-Report von TwoSides. Oder Sie lesen die Studien von Horváth, ProCarton und Kantar, die alle heuer veröffentlich wurden.

IEA Bericht 2021: Erneuerbare Energie legt zu

Renewables 2021 ist ein Bericht der Internationalen Energieagentur, die auch aktuelle politische Maßnahmen und Marktentwicklungen mit einbezieht. Er prognostiziert den Einsatz von Technologien für erneuerbare Energien in den Bereichen Strom, Verkehr und Wärme bis zum Jahr 2026 und geht dabei auch auf die wichtigsten Herausforderungen für die Branche und die Hindernisse für ein schnelleres Wachstum ein. Erneuerbare Energien sind das Rückgrat jeder Energiewende zur Erreichung der Netto-Null. Da sich die Welt zunehmend von fossilen Brennstoffen abwendet, ist es nun wichtig, die aktuelle Rolle der erneuerbaren Energien bei der Dekarbonisierung verschiedener Sektoren zu verstehen. Sie sind der Schlüssel für einen reibungslosen Weg zur Senkung der CO2-Emissionen.

Während die erneuerbaren Energien während der Covid19-Krise weiter ausgebaut werden, stehen sie nun vor neuen Chancen und Herausforderungen. Der diesjährige Bericht integriert aktuelle Politik und Marktdynamik und setzt den jüngsten Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise dazu in Kontext. Zusätzlich zu den detaillierten Marktanalysen und Prognosen werden in Renewables 2021 auch Trends untersucht, die es zu beachten gilt, darunter die Speicherung, Wasserstofferzeugung aus erneuerbarem Strom, Konjunkturpakete, Luftfahrt, Biokraftstoffe und Heizen für Privathaushalte.

In der Industrie sind Papierhersteller die Vorkämpfer beim Ausbau der Bioenergie.

Im Kapitel 3 unter Erneuerbare Wärme wird die Papierindustrie mehrfach erwähnt. Sie ist dabei einer der Sektoren, die wesentlich zum Ausbau der Bioenergie beiträgt. Der Verbrauch von erneuerbarer Wärmeerzeugung in der gesamten Industrie wird 2020- 2026 voraussichtlich um 300 TWh (+14 %) steigen. Die Hälfte dieses Anstiegs wird voraussichtlich in tropischen Ländern durch die Nutzung der Reststoffe der Lebensmittelerzeugung (zum Beispiel Zucker-Bagasse) entstehen. Ein weiteres Viertel kommt aus den Industriestaaten China, USA und EU, vor allem aus dem Wachstum der Zellstoffindustrie und der steigenden Nutzung von Bauschutt in der Zementindustrie. – Ähnlich ist es bei der Bioenergienutzung, sie wird in den kommenden fünf Jahren um 1.400 TWh wachsen. Die größten Zuwächse unter dem angenommenen Szenario werden sich fast gleichmäßig auf die Sektoren Industrie und Gebäude verteilen. In der Industrie ist das hauptsächlich auf den vermehrten Einsatz fester Siedlungsabfälle und die stärkere Nutzung von Reststoffen in der Zellstoff- und Papierindustrie zurückzuführen.

FH St.Pölten 2021: Corona treibt Rabattmarken

Covid19 hat das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt. Finanzielle Einbußen gehören manchmal zu den Folgen. Daher wird oft bei Ausgaben gespart, das betrifft auch Lebensmitteleinkäufe. Rabatt-Coupons, die häufig als DirectMail zugesandt werden, oder als Beilage in Printmedien zu finden sind, können dabei helfen. Immerhin sind sie schon seit 150 Jahren ein bewährtes Mittel zur Verkaufsförderung. Auch der stationäre Lebensmitteleinzelhandel profitiert in Form der Neukundengewinnung davon. Doch welche Faktoren beeinflussen die Einlösungsabsicht?

Dieser Frage ging Christina Mittelbach, Absolventin der Fachhochschule St. Pölten, im Zuge ihrer Bachelorarbeit nach. Jetzt wurde die Arbeit vom Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) mit dem Alfred Gerardi Gedächtnispreis ausgezeichnet.

Parameter für die Einlöserate

Internationale Studien sowie deutschsprachige Literatur zeigen, dass die Einlöserate sehr unterschiedlich ist. Die Forschungslücke befasste sich mit den Faktoren, welche die Rate erhöhen können. Im Zuge der Befragung im Frühjahr 2021 zeigte sich, dass acht von zehn der Befragten positive Gefühle mit Rabatt-Coupons assoziieren. Die im Sprachgebrauch auch als „Rabatt-Sticker“ und „Rabatt-Markerl“ bezeichneten Coupons werden von 63 Prozent als gute Möglichkeit empfunden, um in Krisenzeiten zu sparen. Ebenso viele sind deshalb auch bereit, erstmalig Einkäufe in einem anderen Lebensmittelgeschäft zu tätigen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Einstellung, das persönliche im Stande fühlen und die Meinung von Freunden sowie Familie entscheidende Faktoren sind. Denn je positiver diese ausgeprägt sind, umso höher fällt die Verwendungsabsicht aus. Zudem gelten wirtschaftliche Nachteile in der Pandemie als Treiber der Einlösung.

Auf die Details kommt es an

Abseits der Kernergebnisse ergaben sich weitere Resultate in der Stichprobe von 260 befragen Personen:

  • Offline vor Online. Knapp zwei Drittel bevorzugen gedruckte Coupons, während mobile mit 24% und digitale Coupons mit 12% weniger oft präferiert werden. Am liebsten werden sie über Prospekte und Zeitungen bezogen.
  • Die Prozenthöhe zählt. Mit 63% tendieren knapp zwei Drittel bereits ab einer Rabatthöhe von fünf bzw. zehn Prozent zu einer Einlösung.
  • Non-Food als beliebteste Produktkategorie. Dicht hinter dem Non-Food-Bereich mit 51 % folgen Getränke sowie Haushaltsreinigungsprodukte.
  • Image des Geschäfts maßgeblich. Für etwa zwei Drittel (63 Prozent) hängt die Einlösung auch von der Sympathie zum jeweiligen Geschäft ab.
  • Demografie als Entscheidungsfaktor. Männer neigen stärker zur Verwendung, genauso wie Personen mit einer Lehre als höchsten Bildungsabschluss. Befragte mit geringem bzw. ohne Einkommen würden ebenso eher Neukunden werden.

 

Empfehlungen für den Einsatz

Es wird empfohlen, den Fokus auf die Einfachheit der Einlösung hinzuweisen. Eine weitere Option ist es, die Sparmöglichkeit zu Krisenzeiten kommunikativ zu erwähnen. Zudem sollte abgewogen werden, ob sich das Arbeiten an der Verbesserung des Markenbildes lohnt, um auf diese Weise durch Rabatt-Coupons Neukunden zu gewinnen. Jedenfalls wird dazu geraten, gedruckte Coupons über Prospekte und Zeitungen zu verteilen und diese auf das gesamte Sortiment anzubieten. Zum Vermeiden von Streuverlusten bezogen auf die Demografie wird die Ansprache gewisser Kundenschichten als vorteilhaft eingeordnet.

Druck & Medien 2021: Aufschwung mit Hindernissen

Kürzlich ist der neue Tätigkeitsbericht des Verbandes Druck & Medien erschienen. Zum einen kommentiert er die Situation der Druckbranche der letzten beiden Jahre. Der Statistik-Teil weist dazu aus, dass der Umsatz der Druckbranche im Pandemie-Jahr 2020 um über 15 Prozent zurückging und damit bei rund 1,4 Milliarden Euro liegt. Im gleichen Zeitraum ging auch die Beschäftigung um 6 Prozent zurück, auf dann 6.670 Personen, davon 170 Lehrlinge. 2021 freut sich die Branche über volle Auftragsbücher, kämpft aber gleichzeitig mit Planbarkeit, sowie Knappheit und Preisen bei den Vorprodukten.

Zum anderen wird über die Verbandsarbeit berichtet. Dazu gehören Aktivitäten zu Umwelt & Zertifizierungen, Veranstaltungen und Netzwerke, sowie der im vergangenen Jahr neu aufgesetzten Außenauftritt.

Denn Print ist und bleibt ein starkes Kommunikations-medium, das gerade durch die Digitalisierung und neue Technologien eine starke Nachfrage erlebt.
Gerald Watzal
Präsident des Verbandes

Horváth 2021: Nachhaltigkeit ist wichtigster Trend bei Verpackungen

Die Verpackungsindustrie wächst und kann mit krisenresistenten Umsätzen rechnen. Bis 2025 wird sich die Branche weltweit zum Billionen-Dollar-Markt entwickeln. Welche Unternehmen von diesem Potenzial profitieren und welche von der Marktdynamik abgehängt werden, hängt davon ab, wie gut sie auf die wichtigsten aktuellen und zukünftigen Marktherausforderungen vorbereitet sind. Diese ergeben sich aus fünf maßgeblichen Branchentrends, wie diese Studie zur europäischen Verpackungsindustrie 2025 zeigt:

  • Allen voran: mehr Nachhaltigkeit
  • veränderndes Konsumentenverhalten, durch demografischen und gesellschaftlichen Wandel
  • zunehmender Margendruck
  • fortschreitende Marktkonsolidierung
  • weitere Innovation, z.B. Digitalisierung und Smart-Packaging Lösungen

Die Studienautoren beleuchten die Trends intensiv, identifizieren die sich daraus ergebenen Herausforderungen und die jeweils wichtigsten Erfolgsfaktoren. So stehen im Bereich Nachhaltigkeit die Aspekte Kreislaufwirtschaft, ressourcenschonende Ausgangsmaterialien, Recycling und CO2-Vermeidung im Fokus, für die es Strategien und Lösungen zu finden gilt. Der Margendruck kommt vor allem aus der Kommoditisierung der Verpackungslösungen, Wettbewerbsdruck in der Branche und Verhandlungsmacht und Professionalisierung der Kunden, insbesondere der großen Brand Owner, die zu hohem Effizienzdruck in allen Bereichen, wie Operations, Einkauf, Vertrieb oder Administration, führt.

Ein wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt für Konsumenten ist die biologische Abbaubarkeit der Verpackungen. Hier haben sich Bilder von mit Plastikmüll überzogenen Meerespassagen und Stränden in Köpfen eingeprägt. Auch deshalb ist der klare Trend weg von Plastik hin zu Papier.
Christoph Kopp, Head of Industrial Goods bei Horváth & Ptn

Studienleiter Christoph Kopp und sein Expertenteam zeigen anhand von praxiserprobten Ansätzen, wie Verpackungsunternehmen die nötigen Transformationen ganz konkret angehen und umsetzen können. Ergänzend gibt die Studie einen aktuellen Überblick zur Aufteilung und Entwicklung des Marktes – weltweit und in Europa

Propak 2021: Branche bereit für den Aufschwung

Die wirtschaftliche Performance der Papierverarbeitung zeigte sich 2020 bei oberflächlicher Gesamtbetrachtung relativ gut: Nach 2019 wiederum mit einem negativen Wert bei der abgesetzten Produktion, aber besser als das BIP und weit über dem Schnitt der Gesamtindustrie. Der Teufel – oder im konkreten Fall die Wahrheit – steckt aber im Detail: Die Zeiten sind herausfordernd, aber die Propak-Industrie ist eine nachhaltige und innovative Branche und 2021 bereit für den Aufschwung. Voraussetzung ist und bleibt aber die rasche Durchimpfung und Bekämpfung der Pandemie. Aber sie ist noch nicht vorbei und die Branche steht vor neuen Herausforderungen – vor allem hinsichtlich der Rohstoffsituation und angesichts eines immer drängender werdenden Fachkräftemangels.

zur Studie

ÖZV-Studie 2021: Entscheider nutzen Fachzeitschriften

Bereits zum zweiten Mal hat der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) die Entscheiderstudie durchführen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachmgazine nach wie vor an der Spitze der Informationsquellen für Entscheiderinnen und Entscheider liegen. 94 % der Führungskräfte nutzen Fachmedien in gedruckter oder digitaler Form regelmäßig oder zumindest gelegentlich.

Die Corona-Pandemie hat der Beliebtheit von Fachmedien keinen Abbruch getan. 59 % der österreichischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger nutzen diese regelmäßig, 35 % zumindest gelegentlich. Im Vergleich zur vorherigen Studie in 2018 hat die Nutzung der digitalen Ausgaben hingegen zugenommen, allen voran deren Websites und Newsletter.

Dass Entscheiderinnen und Entscheider sich intensiver mit Fachmedien auseinandersetzen, zeigt sich auch an der hohen, ebenfalls gestiegenen, Nutzungsdauer. 70 % (2018: 58 %) der Befragten geben an, dass sie Fachmedien – Print und digital – zwei Stunden oder länger pro Woche nutzen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer hat sich von 220 Minuten auf 269 Minuten in der Woche erhöht.

Die Nutzungsmotive zeigen, dass Fachmedien durch ihre redaktionelle Qualität überzeugen und verlässliche Orientierung im Berufsalltag ermöglichen. Sie werden genutzt, um über aktuelle Entwicklungen der jeweiligen Branche auf dem Laufenden zu sein und werden für ihre ausführliche Berichterstattung und Hintergrundinformation geschätzt. Praktischen Nutzen bieten sie durch neutrale Produktvergleiche und Tests sowie bei der beruflichen Weiterbildung. Die Zielgruppe setzt auf Fachmedien, wenn es um kontinuierliche Informationen über Produkte und Anbieter geht – drei Viertel der Befragten schätzen diese als (sehr) wichtige Informationsquellen. Hohe Relevanz wird Fachmedien auch bei größeren Investitionsentscheidungen beigemessen, in diesem Bereich sind es 57 % der Befragten, die auf gedruckte oder digitale Fachmedien-Angebote vertrauen.

Fachmedien sind Motor für die Wirtschaft

Steigende Werte zeigen sich auch beim Image der Fachzeitschriften – 71 % der Führungskräfte beurteilen diese als glaubwürdige Quellen für neutrale und seriöse Informationen, im Jahr 2018 lag der Wert noch bei 61 %. Auch bei der Einschätzung, dass Fachmedien Markttransparenz schaffen, stieg der Wert seit 2018 um 13 Prozentpunkte auf 70 %.

„Fachzeitschriften in gedruckter und digitaler Form sind trotz der Covid-19-Pandemie weiterhin führende Informationsquellen für Entscheiderinnen und Entscheider und damit unverzichtbarer Partner in der B2B-Kommunikation. Die Nachfrage nach Fachzeitschriften ist pandemiebedingt sogar gestiegen.“

ÖZV-Präsidentin Claudia Gradwohl

zur Studie

Die Methodik der Studie: Für die Fachzeitschriften-Entscheiderstudie 2021 wurden im Rahmen der Leseranalyse Entscheidungsträger (LAE) 500 Führungskräfte in Unternehmen mit mehr als fünf Beschäftigten befragt. Die Betriebe wurden vorab telefonisch kontaktiert, um zufallsbasiert in vorgegebenen Entscheidungsbereichen (z.B. Geschäftsführung, Personal, Finanzen, Marketing, Vertrieb etc.) Führungskräfte zu einer anschließenden Online-Befragung einzuladen.

 

Rückfragehinweis: Roman Vonderhaid (ÖZV), 01 / 533 79 79 –419, 0664 / 33 29 419, roman.vonderhaid@all-media.at

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